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Smart Cities: Gekommen, um zu bleiben

Smart Cities: Gekommen, um zu bleiben

05 Nov 2019

Die Qualität und Schadstoffbelastung der Luft in jedem Winkel der Stadt in Echtzeit? Mit verschiedenen Moosarten bewachsene Stadtmöbel, die Umweltgifte binden, während sie gleichzeitig Sauerstoff produzieren und als WLAN-Hotspot fungieren? Ein teilautomatisierter oder ferngesteuerter öffentlicher Personennahverkehr? Alles schon bald Realität – allerdings nicht im hippen Berlin oder in der Boom-Town München, sondern in der 150.000-Einwohner-Stadt Darmstadt. Klingt aus heutiger Sicht überraschend, dürfte es aber in den nächsten Jahren kaum noch, schließlich sind die Hessen im Städteranking 2018 des Wirtschaftsmagazins Wirtschafswoche zur zukunftsfähigsten Stadt Deutschlands¹ erkoren. Nicht ohne Grund: Mit der Unterstützung der Telekom und anderen Partnern hat sich die Digitalstadt Darmstadt zum Smart-City-Vorzeigeprojekt der Republik entwickelt, dem nun andere Städte im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger und der regionalen Wirtschaft folgen können und sollten.

Smart Cities weltweit auf dem Vormarsch

 

Nach wie vor hält sich bei einigen Menschen hartnäckig die Meinung, dass intelligente, vernetzte Städte einfach nur eine Spielwiese für technikhörige Bewohner und digitale Nerds sind, aber nichts, um dort entspannt zu leben. Dabei übersehen sie, dass viele smarte, urbane Ideen zahlreiche Herausforderungen unserer Zeit lösen: Luftverschmutzung, Ressourcenknappheit, zunehmende Mobilität – um nur einige zu nennen. Aus diesem Grund sind weltweit auch ganze Städte gänzlich neu erdacht worden, als eine der ersten zum Beispiel Fujisawa² in Japan.

Rund 50 Kilometer südlich von Tokyo ist seit 2007 eine nachhaltige Smart City mit mittlerweile 3.000 Einwohnern entstanden, die sich energetisch nahezu eigenständig aus erneuerbaren Quellen versorgt und die 70 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen und 30 Prozent weniger Strom verbrauchen will als andere Städte ähnlicher Größe. Eine Stadt, deren Straßen nach Bedarf Wärme aufsaugen oder abgeben und deren Straßenbeleuchtung erst angeht, wenn auch jemand unterwegs ist. Eine Stadt, in der das Wasser durch Luftbläschen voluminöser gemacht wird, um den Wasserverbrauch zum Beispiel beim Duschen zu senken. Und dennoch: Für Europäer wirkt die erst wenige Jahre alte Smart City Fujisawa wahrscheinlich wie eine ungemütliche übertechnisierte Retortenstadt und nicht wie ein lebenswerter Ort. Apropos Europa, an diesem Punkt lohnt ein Blick nach Wien, der mehr als 1.100 Jahre alten Hauptstadt der Republik Österreich.

Die smarten Grantler

Das allgemeine Bild von Wien ist ja eher ein leicht angestaubtes: Eine nach wie vor gelebte sehr sympathische Kaffeehauskultur, ein klein wenig – als Wiener Schmäh verniedlichte – omnipräsente Arroganz und natürlich das gesellschaftliche Großereignis der Stadt, der Opernball. Bei all der Beschaulichkeit durfte es schon als kleine Überraschung gelten, dass Wien im Jahr 2018 die australische Millionenmetropole Melbourne nach sieben Jahren als lebenswerteste Stadt der Welt ablösen und den Titel im Jahre 2019 sogar verteidigen konnte, wie das Nachrichtenmagazin The Economist in seinem vielbeachteten Ranking² ermittelte.

Doch noch viel mehr dürfte das Ergebnis des zweiten Smart City Strategy Index³ der Unternehmensberatungsgesellschaft Roland Berger überraschen, das im März 2019 veröffentlicht wurde und für das zuvor 153 Städte weltweit analysiert worden sind: Wien geht in der Studie als fortschrittlichste Stadt der Welt hervor, weil Wien das überzeugendste Smart-City-Konzept vorweisen kann. „Die österreichische Hauptstadt überzeugt mit ihrer ganzheitlichen Rahmenstrategie und innovativen Lösungen für Mobilität, Umwelt, Bildung, Gesundheit und Verwaltung sowie einer Fortschrittskontrolle der einzelnen Projekte“, erklärt Roland Berger-Partner Thilo Zelt in einer Pressemitteilung des internationalen Beratungsunternehmens.

Mit ihrer Initiative Smart City Wien⁵ verfolgen die Österreicher nach eigenen Aussagen das Ziel, zeitgemäße und effektive Antworten auf den Klimawandel und die drastische Verknappung natürlicher Ressourcen zu finden und die ambitionierten Klima- und Energieziele der Europäischen Union zu erreichen. In der Studie punkten die Wiener nicht nur mit vernetzten Lösungen für Mobilität und Umwelt, einem fortschrittlichen E-Health-Ansatz und – einer echten Besonderheit in den deutschsprachigen Ländern – offenen Verwaltungsdaten, sondern auch mit der Einführung einer standardisierten Fortschrittskontrolle für alle Smart-City-Projekte. Ein gutes und wichtiges Beispiel für ein ausgereiftes Smart-City-Konzept: Die Zahl der Städte mit einer klaren Smart City-Strategie hat sich zwar laut Aussagen der Analysten in den letzten zwei Jahren von 87 auf 153 fast verdoppelt, jedoch können 90 Prozent der Städte noch immer kein ganzheitliches Smart-City-Konzept vorweisen. Dabei sei die Strategie nur der erste Schritt, entscheidend wäre die Umsetzung.

 

Die deutsche Digitalstadt Darmstadt

Spätestens seit dem Wettbewerb „Digitale Stadt“, mit dem der Digitalverband Bitkom und der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine digitale Modellstadt mit internationaler Strahlkraft schaffen will, hat auch Darmstadt ein tragfähiges Smart-City-Konzept. Denn das war nötig, um sich im Sommer 2017 gegen 14 andere deutsche Städte durchsetzen zu können. „Nun haben wir aber die Gelegenheit, in Darmstadt Zukunft zu erproben und Digitalisierung zu gestalten, anstatt sie mit uns geschehen zu lassen. Dabei haben wir immer den Bürgernutzen im Blick. Zugleich wollen wir digitale Möglichkeiten ausschöpfen, um den Alltag in unserer wachsenden Stadt mit knappen Flächenressourcen und hoher Verkehrsdichte noch effizienter als heute zu organisieren. An dieser Stelle treffen sich Digitalisierung und Ökologie“, erklärte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch damals. Die ersten Schritte sind bereits getan und so hat es Darmstadt – auch dank der tatkräftigen Unterstützung der Deutschen Telekom – bereits 2019 in die Top 10 des Smart City Index⁶ des Bitkom geschafft. Im wichtigen Segment „Energie & Umwelt“ sehen die Digitalisierungsexperten Darmstadt sogar direkt hinter den Gesamtsieger Hamburg auf Platz 2.

Der Digitalpartner Telekom

Darmstadt soll eine Modellstadt sein, in der Lösungsansätze und Projekte schnell und unbürokratisch ausprobiert werden können. Das ist gut für Darmstadt, aber auch für alle anderen deutschen Städte: Diese können von den Erfahrungen profitieren und Ideen und Argumente für eigene Smart-City-Konzepte sammeln. Denn wie so oft gibt es keine Musterschablone für die ideale Stadt der Zukunft. Die Strategie und Vision – genau wie die jeweiligen Maßnahmen – sind immer abhängig von den lokalen Herausforderungen und Zielen vor Ort. Dabei sind die Möglichkeiten äußerst vielfältig. Das zeigen alleine schon die zahlreichen bereits jetzt verfügbaren Lösungsansätze des Smart-City-Spezialisten Telekom. Das beginnt bei den CityTrees – einer einzigartigen Kombination aus Bio-Luftfilter und Internet der Dinge (IoT). Geht über die Einsparung und das Management von Ressourcen, zum Beispiel durch eine smarte Straßenbeleuchtung oder ein smartes Abfallmanagement.  Und endet bei Lösungen für eine intelligentere Verkehrsplanung, weniger Emissionen und eine insgesamt stressärmere Mobilität.

Die Herausforderungen angehen

Digitalisierung kann die Lebensqualität in den deutschen Städten und Kommunen ungemein verbessern und sie kann Probleme wie Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung lösen. Sie kann? Nein sie muss. Denn das sind die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Dafür müssen neue Wege in der Stadtentwicklung gegangenen werden, um nicht irgendwann als abgehangen zu gelten. Um den Einstieg in diesen Prozess zu erleichtern, hat die Telekom die online verfügbare Co-Creation Toolbox bereitgestellt, die auf der Design-Thinking-Methodik aufbaut. Sie verrät, wie Städtevertreter in interdisziplinären Teams in fünf Schritten zu ersten individuellen Smart-City-Ideen und -Ergebnissen kommen können. Natürlich kann man sich auch über den gesamten Co-Creation-Prozess hinweg von den Experten der Telekom begleiten lassen. Nur den ersten Schritt, das wissen smarte Köpfe, muss man auch in diesem Fall alleine machen.

 

 

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