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„Mit Co-Creation kann die Umwandlung zur Smart City gelingen“
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„Mit Co-Creation kann die Umwandlung zur Smart City gelingen“

13 Jan 2020

Smart Citys sollen die Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Effizienz von Städten und Regionen erhöhen. Aber wie gelingt der Wandel? Das Geheimnis heißt Co-Creation. Ein Arbeitsprozess, in dem kommunale Entscheidungsträger gemeinsam mit der Telekom ein für sie maßgeschneidertes Bündel an Digitalisierungs-Maßnahmen entwickeln. Ole Schilling, VP Market Development Smart Cities & Regions, erklärt im exklusiven Interview die Details.

Ole Schilling, können Sie den Begriff Co-Creation bitte einmal kurz erklären?
Ole Schilling:
„Co-Creation generell heißt, etwas gemeinsam zu kreieren. Im Fall Smart City Solutions bedeutet es zum einen, dass wir als Telekom mit wichtigen Entscheidungsträgern aus Städten oder Regionen ein Paket relevanter Digitalisierungs-Maßnahmen identifizieren und Lösungsansätze dafür entwickeln. Dabei sind auch die für die Umsetzung wichtigen Partner wie z. B. Stadtwerke gleich mit im Boot. Zum anderen werden aber auch die Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess integriert, zum Beispiel bei der Entwicklung von neuen Services. Wer das nicht macht, riskiert das Scheitern des gesamten Prozesses. Laut einer Umfrage wollen 54 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an der Weiterentwicklung ihrer Heimat partizipieren. Deshalb gestalten wir bei der Telekom die Dinge von Anfang bis zum Ende gemeinsam mit unseren Partnern. Mit Co-Creation kann die Umwandlung zur Smart City gelingen!“

Wie läuft ein Co-Creation-Prozess für die Entwicklung von Smart-City-Lösungen mit einem Städtepartner ab?

Schilling:
„Dafür haben wir unsere Co-Creation-Toolbox entwickelt. Ein Prozess, der in fünf Phasen abläuft. Wir beginnen damit, die Kernprobleme in der jeweiligen Stadt oder Region zu analysieren. Das heißt, wir machen Befragungen und identifizieren die Kernherausforderungen in den Bereichen Mobilität, Energie, Sicherheit, Verwaltung und Ressourcen Management. Beispiele dafür sind hohe Verkehr- und Luftbelastungen innerhalb von Städten, für den Bürger aufwendige Verwaltungsprozesse oder Ineffizienzen in der Beleuchtung der Stadt bei Nacht. Im zweiten Schritt werden die Maßnahmen priorisiert, basierend auf Einsparpotentialen, Relevanz beim Bürger und Umsetzbarkeit. Danach folgt die Entwicklung von Ideen für die konkrete Umsetzung bzw. die Identifizierung existierender Partner Lösungen. Punkt vier ist die Entwicklung von Prototypen, die man testen kann. Im fünften und letzten Schritt werden die Maßnahmen schließlich implementiert. Auf dem Weg können alle Projektbeteiligten jederzeit Verbesserungsvorschläge machen. Damit am Ende dieses Co-Creation-Prozesses etwas entsteht, was in der Implementierung funktioniert und einen realen Mehrwert liefert.“

Welche Co-Creation-Angebote macht die Telekom konkret?

Schilling: „Unser Co-Creation Ansatz hat drei Säulen. Zum einen bieten wir eine individuelle Beratungsleistung für Städte und Regionen an. Im Vordergrund steht hierbei die Orientierung welche Digitalisierung Optionen sinnvoll sind und wie sie effizient und nachhaltig umgesetzt werden können. Diese Beratung gibt es in den Größten S, M und L.

Bei dem Format S ist der Umfang etwa eine Woche. Ergebnis ist eine erste Übersicht über die relevantesten Optionen inkl. strategischer Stoßrichtung, die mit den wichtigsten Stakeholdern erarbeitet wurde und dokumentiert / visualisiert wird.

In dem Format M, was ungefähr einen Umfang von einem Monat hat, vertiefen wir die relevantesten Themen, entwickeln einfache Prototypen und schauen was es für Lösungsansätze bereits im internationalen Markt gibt. Das Ergebnis wird innerhalb der Stadt verprobt und zeigt den Handlungsrahmen in einem Thema wie z.B. dem Mehrwert von KI in der Verwaltung auf.

Bei L reden wir von einem mindestens dreimonatigen Co-Creation Prozess bei dem eine gesamte Digitalisierungsstrategie mit den Stakeholdern entwickelt und vertestet wird. Das Ergebnis ist eine ausführliche Dokumentation über die relevantesten Themenfelder einer Stadt, der Lösungsansätze und der weiteren Vorgehensweise, entwickelt in Zusammenarbeit mit den Bürgern und Stakeholdern, wodurch eine Umsetzung abgesichert ist.

Unsere zweite Säule ist ein übergreifendes Programm, zu dem wir jedes Jahr im Herbst alle Städte Deutschlands einladen. Dabei werden die wichtigsten Themen für die Smart-City-Umwandlung analysiert und internationale Best-Practice-Lösungsansätze präsentiert. Zuletzt haben sich dazu Bürgermeister aus über 100 deutschen Städten versammelt. Säule Nummer drei ist unser Education-Programm inkl. CoCreation Toolbox. Ein ganz wichtiger Punkt, weil die Bedenken vor der Digitalisierung in der Verwaltung meist groß sind. Hier geht es um Erläuterungen was Digitalisierung ist, ihre Chancen und wie man eigenständig Digitalisierung Projekte angehen kann.“

Was sind die wichtigsten Gründe für diese Unsicherheit?

Schilling: „Sowohl in der eigentlichen Verwaltung als auch bei den Entscheidungsträgern ist es die Komplexität, die zur Unsicherheit führt. Die Digitalisierung bietet in so vielen Bereichen Optionen, das man nicht weiss mit welchem Thema man beginnen soll. Etwa 90 Prozent aller Städte und Regionen wollen zwar digitalisieren, aber nur 10 Prozent haben eine Strategie dafür. Bei den Mitarbeitern in der Verwaltung kommt dazu, dass für viele das Thema nach wie vor neu ist, es viele Fragen aufwirft und noch kein gemeinsames Verständnis über Chancen und Optionen zu Grunde liegt.

Wenn man sie nicht mittels Co-Creation in den Prozess einbezieht, wird selbst das beste Konzept in der Umsetzung scheitern. Sie müssen die Veränderungen mittragen, die Projekte müssen auch Ihre sein, damit sie nicht in der Umsetzung an mangelnder Überzeugung scheitern. Deshalb bieten wir Trainingsmaßnahmen für die Verwaltung an, in denen den Mitarbeitern die Chancen und Optionen der Digitalisierung vermittelt werden und wie sie eigenständig Projekte identifizieren und angehen können.“

Auf welches Erfolgsbeispiel für einen gelungenen Co-Creation-Prozess sind Sie besonders stolz?

Schilling: „Im letzten Co-Creation-Programm haben wir mit 37 Städten 7 Prototypen entwickelt, davon befinden sich 3 Prototypen in der Umsetzung. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil Städte normalerweise sehr isoliert denken. In diesem Fall haben sie aber gesagt, dass es Sinn macht, die Dinge gemeinsam anzugehen, weil die Probleme vielerorts sehr ähnlich sind. Natürlich hat diese Art der Zusammenarbeit für alle auch eine Kostenersparnis gebracht. Dabei ist zum Beispiel der Protoytp der ‚One-Smart-City-App‘ entstanden. In dieser App bekommt man Zugriff auf alle digitalen Angebote, die die einzelnen Städte haben. Bislang ist es nämlich meist so, dass es zwar vielerorts bereits eine Reihe digitaler Dienste gibt. Aber keinen gemeinsamen Zugang, wo man diese finden kann. Bei der App geht es um die Verbesserung der Usability für die Bürgerinnen und Bürger. Ob es nun um die Online-Verlängerung des Bibliotheksausweises geht oder einen Platz, wo man alle verschiedenen Leihfahrrad-Anbieter einer Stadt buchen und die jeweiligen Codes speichern kann. Ein anderer wichtiger Prototyp ist unsere Parkplatzsuch-App, in die jetzt neben den städtischen Parkplätzen auch private Anbieter integriert werden können. Der konkrete Nutzen: Die verkürzte Parkplatzsuche verbessert auch gleichzeitig die  Luftqualität.“

Der Begriff Smart City impliziert, dass wir beim Digitalisierungs-Prozess vor allem vor über Städte reden. Richtet sich Ihr Co-Creation-Angebot auch an Gemeinden und Regionen?

Schilling: „Ja. Die Digitalisierung und Co-Creation fokussiert auch auf Gemeinden und Regionen. Im Kern sehen wir in Deutschland 10 unterschiedliche Typologien, von der Kleinstadt bis zur Großstadt, die sich aber nicht alleine durch Ihre Größe unterscheiden, sondern durch ihre aktuelle wirtschaftliche Situation und ihren aktuellen Verschiebungen sowie soziodemographische Daten. Bei allen dieser Typologien lassen sich klare Muster erkennen, in welcher Form eine Digitalisierung sinnvoll ist, egal ob klein oder groß.“

Warum sollte man bei den Themen Digitalisierung und Smart City auf die Telekom setzen?

Schilling: „Die Telekom bietet in allen erwähnten Bereichen hochwertige und zuverlässige Lösungen an, sei es im Bereich des effizienten Lichtmanagements von Straßenlaternen oder dem Bereich der Messsung der Luftqualität (Link Homepage). Dazu kommt die langjährige Erfahrung in der Integration solcher digitalen Services inkl. ihre Hardwarekomponenten in die bestehende Infrastruktur von Städten und Gemeinden. In Kombination mit dem partizipativen Angang des Co-Creation kann somit ein nachhaltiger, effizienter Ansatz aus einer Hand angeboten werden bei dem das Risiko zu scheitern minimiert wird. Einerseits durch die Akzeptanz innerhalb der Verwaltung, der Bürgerschaft und den Stakeholdern durch den partizipativen Ansatz, anderseits durch das frühzeitige Überprüfen auf Umsetzbarkeit aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive. Dazu kommt, das wir einen Überblick über aktuelle, internationale Entwicklungen, Produkte und Best Practices haben, die wir einfach in unseren Ansatz integrieren können.“

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